Kino

Nachdem ich in der Dramaturgie der Frankfurter Oper, der Filmwerkstatt Frankfurt, dem Filmladen Berlin und bei Alexander Kluge Erfahrungen gesammelt hatte, drehte ich meinen Debütfilm Spuren.
Er wurde ausgezeichnet und auf internationale Festivals eingeladen. Für mich war das zu viel: Es war doch nur ein Kurzfilm von dreizehn Minuten – in meiner Wahrnehmung lag hier ein gewaltiger Irrtum vor und in der Folge gab ich das Filmemachen auf.
Die U-Matic-Kassette der Videoabtastung lagerte unberührt 33 Jahre in einer Kiste, bis ich sie 2020 digitalisieren ließ. Beim ersten Anschauen kamen mir die Tränen und ich erinnerte mich an die künstlerische Zeit in meinem Leben.
Zuerst haderte ich mit mir, dann stellte ich fest, dass nichts verloren ging und schrieb in den folgenden drei Monaten das Drehbuch zu Pale Blue Dot.
Ich bin zuversichtlich den Film in den nächsten zwei Jahren realisieren zu dürfen.

Pale Blue Dot
(aktuelles Projekt)

Spielfim – Realisierung geplant 2022 – ca. 110 Minuten
Pale Blue Dot ist der Name eines Fotos der Erde, welches auf Anregung des US-amerikanischen Astronomen Carl Sagan von der Raumsonde Voyager 1 aus einer Entfernung von etwa 6 Milliarden Kilometern oder 40,5 AE aufgenommen wurde. Es handelt sich bis heute um das aus dem größten Abstand gemachte Foto der Erde.
Wissenschaftler wählten das Foto 2001 zu einem der zehn besten Fotos der Weltraumwissenschaften.
In einem Text zu dem Foto schreibt Carl Sagan:
„[…] Angesichts unserer Verlorenheit in dieser ungeheuren Weite, gibt es keinen Hinweis, dass von irgendwo
anders Hilfe kommt, um uns vor uns selbst zu retten. […] Die Erde ist der Ort, wo wir uns behaupten müssen,
ob es uns gefällt oder nicht. […] Es hat vielleicht nie eine trefflichere Vorführung der Narrheit menschlicher
Eingebildetheit gegeben, als dieses ferne Abbild unserer winzigen Welt. […]“

Pale Blue Dot ist ein existentialistisches Märchen über die Magie der Liebe und der Kunst jenseits aller Konventionen, Konditionierungen und des Todes.
Es zeigt, was jenseits von Angst und Mangel möglich ist. Das Drehbuch ist inspiriert von der Philosophie, dem Werk und Texten von Jean-Paul Sartre.

Drei kürzlich verstorbene Menschen (zwei Frauen und ein Mann) dürfen aus dem Totenreich zurückkehren, da sie vermutlich eine wichtige Funktion für den Zusammenhalt der Welt haben (36 Gerechte – Zadik).
Zurück in der realen Welt gestaltet sich ihre gegenseitige Suche schwierig, denn sie ist geprägt von den jeweiligen gesellschaftlichen, biografischen und aktuellen Lebensumständen. Mit dem Beginn einer Ménage-àtrois schieben sich Gefühle der Angst und des Mangels in den Vordergrund und gefährden die Mission.
Die Situation dreht sich, als der Mann die Diagnose einer unheilbaren Krankheit bekommt. Bevor der Mann stirbt, wird jedoch eine der Frauen von ihm schwanger. Sein Tod steht nicht in dem Zusammenhang die Auflagen von Liebe und Fülle verraten zu haben, sondern für einen normalen Prozess im Leben und der Fortführung dieses Lebens über seinen Tod hinaus, durch die Zeugung seines Sohnes.
Der Film verbindet existentialistische Philosophie, Spiritualität und den Talmud mit der Sehnsucht nach Liebe und individuellem Ausdruck.

Synopsis und Drehbuchauszüge

Spuren

Kurzfilm – 1988 – 35mm – Farbe – 13:30 Minuten

Mehr Infos:


Impressionen vom Drehort:

Drehbücher
(Spielfilm – 1981 bis 1987)

Die Erde ist unbewohnbar wie der Mond (nach einem Roman von Gerhard Zwerenz)

Point of no return

Kalte Nächte

Die Zeit steht still

Thiemes letzter Fall